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Das Concorde Inferno

Italien, 1979

  • Originaltitel: Concorde Affaire '79
  • Alternativtitel:

    Operación Concorde (ESP)

    SOS Concorde (FRA)

    Concorde

    The Concorde Affair

  • Deutsche Erstaufführung: 26. April 1979
  • Regisseur: Ruggero Deodato
  • Kamera: Federico Zanni
  • Musik: Stelvio Cipriani
  • Drehbuch: Alberto Fioretti, Renzo Genta, Ernesto Gastaldi
  • Inhalt:

    Bei einem Testflug stürzt eine Concorde ins Meer, nur die Stewardess Jean (Mimsy Farmer) überlebt. Doch schon kurz nachdem zwei Fischer sie aus dem Wasser gezogen haben, wird sie entführt und ihre beiden Retter werden getötet. Der Gangster Forsythe (Venantino Venantini) will so eine Million Dollar zusätzlich von seinen beiden Auftraggebern erpressen, die ihn dafür engagiert haben, den Absturz der Concorde herbeizuführen. Der Reporter Moses Brody (James Franciscus) erhält einen überraschenden Anruf von seiner Ex-Frau, die auf Martinique eine Bar betreibt. Sie verspricht ihm eine spektakuläre Story. Als Moses auf Martinique eintrifft, ist seine Ex bereits tot, ermordet von Forsythe. Doch die Behörden wollen Brody die Geschichte von einem Mord nicht abkaufen. Allmählich findet er heraus, was und wer hinter alldem stecken, und es gelingt ihm, die entführte Stewardess Jean zu befreien, verfolgt von Forsythe und dessen Männern. Indessen müssen die beiden Unternehmer Milland (Joseph Cotten) und Danker (Edmund Purdom) feststellen, dass der Absturz einer einzigen Concorde ihrem Konkurrenten nicht ausreichend geschadet und die eigenen Flugzeugverkäufe angekurbelt hat. Ein weiterer Absturz muss her, diesmal eine Concorde mit Passagieren an Bord. Nur Brody und die entführte Stewardess können den Absturz noch verhindern, doch Jean hat ihr Gedächtnis verloren. Die Lage scheint hoffnungslos.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Während TV-Regisseur David Lowell Rich noch an seinem „Airport 79 – Die Concorde“ rumdröselte, ging das bei Ruggero Deodato deutlich zackiger, und so kam „Das Concorde Inferno“ (Concorde Affaire '79) fast ein halbes Jahr früher in europäische Kinos. Allerdings merkt man das Deodatos Film an.

     

    Einen wirklichen Katastrophenfilm im Stil der Airport-Filme zu drehen, wäre in Italien aufgrund von Budgetrestriktionen und Special Effects sicher schwierig gewesen, also geht Ernesto Gastaldis und Renzo Gentas Drehbuch das Ganze eher wie einen Thriller an. Gleich zu Anfang erfahren wir schon von einem mörderischen Komplott, dass die zwei Geschäftspartner Milland und Danker – gespielt von Joseph Cotten und Edmund Purdom – geschmiedet haben. Aus Furcht vor der Konkurrenz der Concorde-Gesellschaft haben sie den Absturz eines Concorde-Testflugzeugs in Auftrag gegeben. Die weitere Story nimmt mit der Figur des Reporters Brody (James Franciscus) investigative Züge an, es fehlt aber keineswegs an Action.

     

    „Das Concorde Inferno“ kann mit einer guten Besetzung aufwarten, neben den bereits Genannten natürlich auch mit Mimsy Farmer als überlebende Stewardess des abgestürzten Testflugs und Van Johnson als Piloten des nächsten geplanten Desasters. In punkto Gewalt geht es Deodato eher zahm an. Eine Amputation unter Wasser ist da das höchste der Gefühle, gefilmt von – endlich komme ich mal dazu, den zu erwähnen – Gianlorenzo Battaglia, dessen Name häufig bei Filmen mit Unterwasser-Sequenzen zu finden ist, beispielsweise bei Sergio Martinos „Der Fluss der Mörderkrokodile“ (Il fiume die grande caimano, 1979) und „Insel der neuen Monster“ (L’Isola degli uomini pesce, 1979) oder bei Argentos „Phenomena“ (1985). Hauptkameramann bei „Das Concorde Inferno“ war dagegen Federico Zanni.

     

    Nun zu ein paar Wehmutstropfen. Stelvio Ciprianis Score kommt eher unauffällig daher. Ein lustiger kleiner Fehler ergibt sich bei der Autoverfolgungsjagd. Als Brody und Jean einen zottelbärtigen Hippie um eine Mitfahrgelegenheit bitten, hat dieser Kokosnüsse geladen. Nachdem sie sein Auto geklaut haben und sich auf der Flucht vor den Gangstern befinden, sind es dagegen Bananenstauden. Während der zweiten drohenden Concorde-Katastrophe bleibt Deodato im Grunde nicht viel Zeit, die üblichen Katastrophenfilm-Klischees in Bezug auf die Passagiere anzuwenden, dennoch macht er reichlich davon Gebrauch. Am Ende bekommen wir es mit einer ganzen Batterie von Spielzeugautos und einer Concorde-Miniatur zu tun, außerdem fallen bei dieser Finalszene erhebliche Unterschiede auf, was die Tageszeit betrifft. In kaum zwei Minuten wird zwischen Morgen, Tag und tiefstem Nachtdunkel hin- und hergewechselt.

     

    In einem Cameo kann man Ruggero Deodato in der Bar von Brodys Ex-Frau Nicole (Fiamma Maglione) entdecken. Ein noch kürzeres Cameo hat Marie-Claude Joseph („Der Schlitzer“, 1980) in einem winzigen Moment auf dem Markt. Robert Kerman („Nackt und Zerfleischt“) darf dagegen für eine sichere Landung sorgen.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Veröffentlichungen:

    „Das Concorde Inferno“ erschien in der Reihe Cinema Treasures von Ascot/Elite auf DVD und Blu-ray. Die Bildqualität ist ansehnlich, als Sprachen sind Deutsch und Englisch vorhanden. Bonusmaterial gibt es keins.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Filmplakate

    Links

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