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Gemini 13 - Todesstrahlen auf Kap Canaveral

Italien | Spanien, 1966

  • Originaltitel: Operazione Goldman
  • Alternativtitel:

    Operación Goldman (ESP)

    Opération Goldman (FRA)

    Lightning Bolt (USA)

  • Deutsche Erstaufführung: 15. Juli 1966
  • Regisseur: Antonio Margheriti
  • Kamera: Riccardo Pallottini
  • Musik: Riz Ortolani
  • Drehbuch: Alfonso Balcázar, José Antonio de la Loma, Ernesto Gastaldi
  • Inhalt:

    Sabotage auf Kap Canaveral! Capt. Patricia Flanagan (Diana Lorys) setzt ihren besten und einzigen Mitarbeiter Lt. Harry Sennet (Anthony Eisley) auf den Fall an. Seine gefährlichste Waffe: ein Scheckbuch der US-Regierung. Sennet stößt bald auf den ominösen Bierbrauer Mr. Rethe (Folco Lulli), der von seiner Unterwasser-Basis aus in einer Nuklear-Rakete zum Mond fliegen will, um von dort die Welt mit seinen allesvernichtenden Laserstrahlen zu erpressen.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Wie Mr. Rethe vom Mond aus das Lösegeld kassieren will oder was er dort überhaupt mit der ganzen Kohle anfangen will, erfahren wir nicht. Offenbar ein wirklich verrückter Superschurke. Während einer Bestellorgie von Margheritis SciFi-Filmen ist mir versehentlich dieser Eurospy-Vertreter dazwischengeraten, und obwohl ich versucht habe unbefangen an diesen aus einem bei mir eher unbeliebten Filmgenre heranzugehen, war ich anfangs total genervt. Denn bis gut zur Hälfte von Gemini 13 hatte ich keineswegs das Gefühl, wirklich einen Margheriti-Film zu sehen. Der Verdacht, bei dieser spanisch-italienischen Co-Produktion auf eine zweifelhafte Regieangabe hereingefallen zu sein, schien sich von Minute zu Minute zu erhärten. Doch nach 45 Minuten schlechten Drehbuchs, schlampiger Kameraführung, unauffälliger Musik und unglaubwürdigen Protagonisten kriegt der Film gerade noch die Kurve.

     

    Nach ein paar Archivszenen einer explodierenden Rakete stolpert unser Hauptdarsteller Anthony Eisley in der Filmmitte durch brennende Trümmer und Miniaturkulissen plötzlich doch noch in einen Margheriti-Film. Weiter geht es in Science Fiction-Manier in der Unterwasserstadt des Schurken, der von Handlangern in Diabolik-Outfits umgeben seinen wahnwitzigen Plan zur Welteroberung enthüllt. Wissenschaftler liegen auf Eis, Laserstrahlen (mit langem und sehr hartem Laser-A bitte) halten den unfreiwilligen Mitarbeiterstab in Schach, und unser Held sorgt für zahlreiche Explosionen von Miniatur-Anlagen, die am Ende in Strömen von Lava versinken. Für zwei Dinge fand ich in diesem Film eine Erklärung. 1. Das bonbonfarbene Wasser, dass am Ende von „Raumschiff Alpha“ die Schurken überschwemmt ist in Wahrheit strömende Lava. 2. Die Flammen, die in „Raumschiff Alpha“ aus den Schusswaffen kommen, sind Laaaserstrahlen. Das wäre geklärt.

     

    Das spanische Drehbuch dagegen versagt gleich zu Anfang. Da wird uns Capt. Flanagan – gespielt von Diana Lorys – als beinharte Super-Agentin vorgestellt, die ihren Gegnern das Rückgrat brechen kann, doch was passiert? Den ganzen Film über schmachtet sie ihren Lt. Sennett an, und bei jeder Gefahr wartet sie auf Rettung durch seine Hand. Eine verschenkte Gelegenheit, diesem Eurospy-Vertreter eine emanzipierte und selbstständige Heldin an die Seite zu stellen. Der Eurospy-Vertreter selbst ist Anthony Eisley, kein Weltklasse-Schauspieler. Er agiert eher steif und unbeweglich, und wenn man dann seine flotten Sprüche gegenüber Frauen hört, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass den betreffenden Damen bei einer gemeinsamen Nacht wohl eher eine Enttäuschung bevorstünde. Definitiv kein Connery, auch wenn man ihm dessen Synchronstimme verpasst hat. Die überzeugendste Darstellung in Gemini 13 kommt von Altstar Folco Lulli, der immerhin es schafft, einen völlig verblödeten Welteroberungsplan mit einem charmant-geistesgetrübten Lächeln dem Zuschauer zu verkaufen. Der weibliche Headliner Wandisa Guida wiederum hat eine bessere Rolle im Drehbuch ergattern können als Diana Lorys, verkackt es aber komplett bei ihrer Sterbeszene. Man möchte vor Lachen vom Sitz rutschen.

     

    Fazit: die zweite Hälfte reißt den zunächst nur langweiligen Film noch ganz gut raus, nichtsdestotrotz ein eher schwaches Margheriti-Frühwerk.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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