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The Executioner of God

Italien, 1973

Originaltitel

Il giustiziere di Dio

Alternativtitel

Le Justicier de Dieu (FRA)

God's Gunman (USA)

The Judgment of God (USA)

Regisseur

Franco Lattanzi

Inhalt

Die Gang der drei Asse (George Wang, Donald O’Brien und ein ungenannter Dicker mit Bart) will As Nr. 4 vorm Galgen retten, da nur der weiß, wo die Gang vor 15 Jahren ein paar Kisten mit Gold versteckt hat. Doch ein Schuss löst sich, und As Nr. 4 segnet das Zeitliche, kann das Versteck jedoch noch verraten. Pater Tony Lang (William Berger) war einst ein berüchtigter Revolverheld, doch nach dem Unfalltod seines Kindes hat er sich der Kirche angeschlossen. Er ahnt nicht, dass in seiner Mission die Goldkisten der drei Asse versteckt sind, und hilflos muss er mitansehen, wie die Banditen seine Mission in die Luft sprengen, mit all den Kindern darin. Der Pater schwört der Gang, er werde sie jagen und alle vor den Ruinen seiner Mission hängen sehen. Doch bis dahin ist es ein weiter und öder Weg.

Review

Oh Mann, was gucke ich mir bloß alles an. Während die Handlung von „Il giustiziere di Dio“ genauso interessant klingt wie seine Besetzung, ist es die Umsetzung keineswegs. Schon beim ersten Teil des Vorspanns (gleich zu Anfang) beginnt der Kameramann, der seinen Namen nicht im Vorspann genannt wissen wollte, mit der Zoomerei an. Der Vorspann läuft dann übrigens ab der 13. Minute weiter.

 

Ich will mich nicht in Einzelheiten verlieren, denn das ist es leider nicht wert. Franco Lattanzi übernahm neben der Regie außerdem Drehbuch, Schnitt und – wie ich vermute – geht auch die lausige Kameraarbeit auf sein Konto. Auf allen Gebieten zeigt sich mangelhaftes Talent. Die Story wird wie folgt vermittelt: Leute fahren auf Kutschen hin und her, in Dialogen wird dem Zuschauer erklärt, wieso, weshalb, warum. Vieles wird dabei auch doppelt und dreifach erklärt. Die Darsteller agieren dazu wie in Zeitlupe, bedeutungsschwanger verweilt die Kamera wiederholt auf Szenen, in denen die Dialoge längst gesprochen sind und nichts mehr passiert. Der Grund wird einem schnell klar, es ist reine Zeitschinderei, denn der Film hat sehr offensichtlich nur nen Appel und ein Ei gekostet.

 

Uns so müssen wir auch weitgehend auf Action verzichten. Die Kämpfe zwischen zwei verfeindeten Banden zu Anfang um die Mission und die Explosion selbiger geschieht mehr oder weniger im Off, während die Gang der drei Asse William Berger über einem Brunnen aufgehängt hat und verhört. Fast 80 Minuten hofft man, die Action geschehe vielleicht am Schluss, wenn der Pater zur Rache schreitet. Doch Pustekuchen, der blöde Sack hat den Sheriff gerufen, die Schurken lassen sich widerstandslos festnehmen. Das mit dem Hängen klappt aber.

 

Um die Zeit bis dahin noch ein wenig zu strecken, greift Lattanzi auf zwei weitere Wege zurück. Ein Eifersuchtsdrama. Gangster Frank hat seine Bardame Carol (Nuccia Cardinali) für eine jüngere Mexikanerin abserviert, was diese motiviert, es ihm heimzuzahlen. Zufällig ist Carol auch noch die Mutter des in einem Brunnen ertrunkenen Kindes von Pater Tony Lang, offenbar ist die Dame viel rumgekommen. Weiterhin streut Lattanzi im späteren Teil des Films ein paar Comedy-Einlagen und nein, die sind nicht lustig.

 

Zur ungefähren Einschätzung der finanziellen Mittel, mit denen „Il giustiziere di Dio“ gedreht wurde, bleibt eine Szene besonders im Gedächtnis. Die Banditen der drei Asse (gut erkennbar durch mit Buntstift auf ihre Halstücher gemaltes Karo, As und Pik) sind in Nebentätigkeit scheinbar anständige Bürger, so besitzt Frank einen Saloon mit sehr spärlich aufgereihten Flaschen hinter Theke. Bei einer Saloonschlägerei schrumpft die Anzahl dieser Flaschen auf Vier, Stühle und Tische wurden im Hintergrund übereinandergestapelt, damit bloß nichts zu Bruch geht. Konnte man sich wohl nicht leisten. Und was George Wang betrifft…ein Chinese, der sich als Mexikaner ausgibt und verkleidet, ist Direktor einer Bank? Sicher.

 

Zum Schluss zur Musik. Ich mag Piero Piccioni. Aber für einen Western ist sein schabbadu-schabbada unpassend. Fazit: „Il giustiziere di Dio“ ist eine Tröte.

Links

OFDb
IMDb

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