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Kommissar Mariani - Zum Tode verurteilt

Italien, 1978

  • Originaltitel: Il commissario di ferro
  • Alternativtitel:

    The Iron Commissioner

    The Iron Superintendent

  • Regisseur: Stelvio Massi
  • Kamera: Sergio Rubini
  • Musik: Coriolano Gori
  • Drehbuch: Roberto Gianviti
  • Inhalt:

    Der Gangster Bruno (Franco Garofalo), genannt der „Marokkaner“, hat eine junge Frau entführt und fordert Lösegeld. Doch zur Übergabe erscheint nicht etwas ein gramgebeugter Vater, sondern der Mann aus Eisen, Commissario Ferro/Mariani (Maurizio Merli). Es gelingt ihm, die junge Frau zu befreien, doch schon kurz darauf bekommt Ferro es mit einem neuen Entführungsfall zu tun: dem seines eigenen Sohnes.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Der Film besteht aus zwei Handlungselementen. Zum Einen der Entführungsfall zu Anfang, welcher von Kommissar Mariani zunächst halb gelöst wird. Der Marokkaner entkommt ihm, vorläufig jedenfalls.  Zum Zweiten haben wir einen verlotterten Kleinkriminellen, der den Selbstmord seines Vaters rächen will. Jener erhängte sich im Knast, nachdem Mariani ihn erwischt hatte. Dieser zweite Teil besteht seinerseits aus zwei Segmenten, einer Geiselnahme im Polizeirevier, wo der Verlotterte vergeblich auf den Kommissar wartet, dann aber freudig mit dessen kleinem Sohn von dannen ziehen kann, und schließlich Marianis Verfolgung des Täters, die an einem Bahndamm endet.

     

    Zwischendurch: Marianis Probleme mit seiner offenbar sehr wohlhabenden Ex-Frau, bei der auch der gemeinsame Sohn lebt. Der Film ist lahm. Ich weiß, es ist ein Merli, und wir schreiben das Jahr 1978, als der Poliziesco sich zügig dem Ende seiner Hochzeit nähert. Stelvio Massi, ohnehin kein Fan von hohem Tempo, inszeniert einzelne Szenen jedoch dermaßen langwierig, dass es wirklich schwer ist, bei der Stange zu bleiben. Ich weiß nicht, in wie vielen Einstellungen während der Polizeirevier-Geiselnahme der Täter einfach nur bedeutungsvoll guckend dasteht und niemand etwas macht oder sagt. Mir erschienen es endlos viele. Das gesamte Szenario erscheint zudem sehr unglaubwürdig.

     

    Mit einer sehr kompakten Laufzeit von 79 Minuten gelingt es Massi also nicht, übermäßige Spannung aufkommen zu lassen. Der Film hat sicher seine Fans, keine Frage, und das muss man akzeptieren. Begeistern kann eine ganz nette Prügelszene, in der Merli gegen einen Schläger namens Maciste antritt. Ich könnte jetzt noch was zur Blu-ray von Cinestrange Extreme schreiben, doch das lasse ich jetzt mal, da ich beim Ansehen in der Mitte des Films wieder zu meinem alten italienischen DVD-Rip gewechselt bin, um ihn vernünftig zu Ende zu schauen. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Aber ich mochte den kurzen Booklet-Text von Leonhard Elias Lemke, und die Fassung auf der Cinestrange-Disc ist zumindest uncut.

     

    Vielleicht hätte ein besserer Score, der weniger quätschig klingt, den Kommissar aus Eisen vor einer Pleite bewahren können. Sehenswert ist die prominente Besetzung, die neben Maurizio Merli mit Chris Avram, Ettore Manni, Janet Agren und Mariangela Giordano aufwarten kann. Viel hat man aber auch daraus nicht gemacht. Fazit: ansehbar, nur nicht zu oft. Letztendlich muss das wohl jeder für sich entscheiden.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Links

    OFDb
    IMDb

    Kommentare (1)

    • Thomas Hortian

      Thomas Hortian

      21 März 2019 um 18:46 |
      Pöh! Ich mag den Film, ich mag die Synchro, ich mag den Soundtrack. Allerdings ist die Blu-ray von Cinestrange wirklich nicht so dolle. Beim Bild ist man ja schon froh, den Film in einigermaßen ansehbarer HD-Qualität vorliegen zu haben, aber der Sound ist eine einzige Frechheit.
      Der Film ist nicht Merlis oder Massis bester, klar, aber zumindest besser als der dröge "Zwei knallharte Profis", dessen deutsche VHS-Veröffentlichung mit ihrem Flimmern und den ausgewaschenen Farben dazu noch den Augenkrebs fördert.

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