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Madness - Gli occhi della luna

Italien, 1971

Originaltitel:

Madness - Gli occhi della luna

Regisseur:

Cesare Rau

Kamera:

Alfredo Lupo

Musik:

Paolo Ormi

Inhalt

Der Sexualstraftäter Paolo Lupi (Thomas Hunter als „Thomas Unter“) überredet zwei ältere Mitinsassen der Klinik, in der untergebracht ist, zur Flucht. Während seine desorientierten Kollegen sich schnell wieder anfinden, versteckt sich Paolo in einem leeren Landhaus. Doch schon bald bekommt er Besuch. Eine Gruppe von jungen Leuten trifft sich zu einer LSD-Party, und am nächsten Morgen ist eines der Mädchen tot. Aus Angst vor der Polizei vergraben sie das Opfer im Garten. Doch ist wirklich Paolo der Mörder? Partyteilnehmerin Francesca (Francesca Romana Coluzzi) bleibt allein im Haus zurück, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Review

„Madness - Gli occhi della luna“ ist ein eher obskurer Genrefilm der C-Liga, der lange Zeit als verschollen galt. Ebenso obskur ist die Drehzeit von Juli 1970 bis Juni 1971, und ich vermute stark, dass der Film – der selbst jetzt nur eine Laufzeit von 76 Minuten hat – zu kurz war und die Szenen mit zwei Reporten später nachgedreht wurden. In diesen erfahren wir durch diese zwei Charaktere näheres über die aus der Nervenklinik Geflüchteten, ansonsten stehen die beiden Reporter aber in keiner Verbindung zum übrigen Geschehen. Erst im Jahre 2007 entdeckte man eine Kopie von „Madness - Gli occhi della luna“ in der Cineteca di Bologna, allerdings muss man sich mit zahlreichen Störstreifen, Rollenrissen und meiner Ansicht nach auch Fehlszenen herumschlagen.

 

„Madness - Gli occhi della luna“ ist schwer zu kategorisieren. Es gibt Einflüsse vom Giallo, Poliziotteschi (in Abwesenheit von relevanten Polizistenrollen) und dem Rape and Revenge Film. Will man es einfach angehen, bezeichnet man den Film schlicht als Psycho-Thriller. Durch nicht wenige Musiknummern und viel Getanze suchte man das Ganze aufzupeppen. Das Geschehen beginnt in einem Nachtclub, in dem der Sänger Red Canzian mit seiner Gruppe Capsicum Red auftritt, in späteren Jahren würde er Mitglied einer Band namens Pooh. Zudem gibt es ein Titelstück namens „Madness“, hierzu wird eine Band namens Black Sunday Flowers genannt, hinter der sich Sänger Ghigo Agosti verbirgt.

 

In diesem Nachtclub werden zwei Grundsteine für die spätere Handlung gelegt. Partyhengst Lou sammelt Teilnehmer für sein geplantes LSD-Happening und eine nicht sehr ansehnliche Darstellerin wird von ihrem Ehemann allein gelassen. Sie wird später zum Mordopfer als sie nichtsahnend den entflohenen Sex Maniac Paolo zu sich lädt. Der Film geht weiter mit eben jener Flucht der Anstaltsinsassen, dann erklären uns zwei Reporter (in drei verstreuten Szenen), wer die Flüchtigen sind und was sie auf dem Kerbholz haben.

 

Zwei der Ex-Insassen, die Paolo sehr offensichtlich zu einer Flucht überredet hat, von der sie gar nicht so begeistert scheinen, kommen nicht weit. Paolo nährt sich indessen dem Auto eines vögelnden Paares, und… Schnitt. Plötzlich steht Paolo übergangslos vor einer Prostituierten, die, sobald der schnell vereinbarte Sex in Gang kommt, zu Schreien beginnt und um sich schlägt. Und das ist ein Kuriosum dieses Films, denn ALLE Frauen im Film tun das, sobald ein Mann zudringlich wird. Bis zur LSD-Party. Also springen wir jetzt vor und lassen Paolos einzig sichtbaren Mord im Film mal weg.

 

Paolo hat es sich in einem leerstehenden Landhaus inmitten von Puppen und Stofftieren gemütlich gemacht, spielt mit einer Gummibanane und schaut frustriert in den leeren Kühlschrank, dann kommen die Party-Hippies. Suchen die Männer sich den Frauen zu nähern, ist zunächst alles ok, werden die Männer aber zudringlicher, schreien die Frauen und laufen weg. Bis Lou mit LSD getränkte Zuckerwürfel verteilt. Was kommt jetzt? Eine Orgie? Nicht ganz. Die Weibchen sind endlich paarungsbereit und entkleidet, doch die Männer fangen alle an zu Heulen, bringen ihre Einsamkeit zum Ausdruck, winden sich hilflos auf Boden und Bett umher. Zwischendrin gibt es Schnitte auf Paolo, der sich im oberen Stockwerk versteckt und ebenso leidet, nur braucht er keine Drogen hierfür, weil er eh nicht ganz dicht ist. Eine sehr kuriose Szene.

 

Am nächsten Morgen ist eine stumme Ausländerin, die man am Anfang im Nachtclub aufgelesen hat, tot, und der Anhänger ihrer Halskette fehlt. In Panik und aus Angst vor der Polizei vergraben die Männer sie im Garten. Lediglich eine der Frauen, Francesca, will herausfinden, wer von ihnen ein Mörder ist und bleibt allein zurück, nichtsahnend, dass sich Sex Maniac Paolo im oberen Stockwerk befindet. Und damit befindet sie sich in doppelter Gefahr, denn Paolo ist ein Mörder aber nicht DER Mörder.

 

Während in früheren Zeiten vermutet wurde, dass Cesare Rau ein Pseudonym sei, hinter dem sich DOP Alfredo Lupo verbirgt, weiß man heute, dass dieser wenig bekannte Cesare Rau existiert hat. Tatsächlich schrieb dessen Ehefrau Germana Di Renzo das Drehbuch zu diesem Film.

 

Habe ich schon erwähnt, wie überfordert Thomas Hunter mit seiner Rolle in „Madness - Gli occhi della luna“ ist? Egal. Er wirkt auch ziemlich alleingelassen bei seiner Darstellung. Ein obskurer aber durchaus ansehbarer Film.

Links

OFDb
IMDb

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