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Der Mann mit den tausend Masken

Deutschland | Italien, 1966

Originaltitel

Upperseven, l'uomo da uccidere

Alternativtitel

Espionnage à Capetown (FRA)

Upperseven, hombre a matar (ESP)

The Spy with Ten Faces (USA)

The Man of a Thousand Masks

Upperseven, the Man to Kill

Deutsche Erstaufführung

22. April 1966

Inhalt

Der Sonderagent Paul Finney (Paul Hubschmid) ist in Verbrecherkreisen unter dem Namen "Supersieben" bekannt und äußerst berüchtigt, da man um seine Kunst des Verwandelns weiß. Um seine Gegner zu irritieren und zur Strecke zu bringen, ist es ihm möglich, die Gestalt jedes beliebigen Gegenübers anzunehmen. In seinem neusten Auftrag geht es um eine rücksichtslose Verbrecher-Organisation, die sich mit groß angelegten Goldschmuggel-Aktivitäten befasst, und deren Kopf sich Kobras (Nando Gazzolo) nennt. Als "Supersieben" der erste empfindliche Schlag gegen Kobras gelingt, schwört dieser tödliche Rache. Doch zunächst hat der Verbrecher andere Pläne und schmiedet an einer Atomrakete in Afrika. Gemeinsam mit der Gesandten des CIA, Helen Farheit (Karin Dor), will "Supersieben" Kobras teuflische Pläne durchkreuzen, doch sie gehen ihm in die Falle...

Autor

Prisma

Review

Alberto De Martinos "Der Mann mit den 1000 Masken" lässt seine eigene Maske gleich zu Beginn fallen, da ungeniert demonstriert wird, dass es sich um einen weiteren Versuch handelt, von erfolgreichen Formaten wie "James Bond" zu profitieren, was im Prinzip nichts darstellen sollte, wofür sich der Streifen im Endeffekt schämen müsste. Dies gilt vor allem für die Grundvoraussetzungen einer sorgsamen Bearbeitung und einer bestenfalls originellen Geschichte. Die Mission startet laut Filmangaben in Kopenhagen und stellt den Protagonisten samt antagonistischer Verbrecherorganisation und deren Kopf eindringlich vor, denn es kommt gleich zu einem gut choreografierten Showdown, der die von Kobras ausgehende Gefahr aufzeigt, und dessen Aggressivität gleich mit. Der Verlauf reduziert sich schnell darauf, dass Auftrag gegen Auftrag, beziehungsweise Gut gegen Böse steht.

 

An den jeweiligen Positionen der äußersten Ränder sind neben "Supersieben" und Kobras außerdem ihre zwei attraktiven Helfershelferinnen zu sehen, die das Geschehen ganz in Genre-Manier bereichern und aufzulockern wissen. Action und Tempo werden unter De Martino glücklicherweise groß geschrieben, sodass einige harte Übergänge im Film weniger gravierend ins Gewicht fallen. Außerdem sorgen zahlreiche Gadgets immer wieder für Aufsehen und Freude, schließlich treiben sie den ohnehin turbulenten Verlauf zielführend an, der überdurchschnittlich gut ausgestattet wirkt. Schauplatzwechsel von Kopenhagen über Basel bis Kapstadt unterstreichen die positiven Eindrücke sehr beachtlich, genau wie es die amtierende Entourage vor und hinter der Kamera tut. Als Held der Veranstaltung beweist Paul Hubschmid ein sehr gutes Händchen und bringt bei dieser Gelegenheit etwas weltmännisches Flair zwischen all das Gangstertum. Als Verwandlungskünstler spielt er diese große Stärke bei jeder sich bietenden Gelegenheit aus und führt seine Gegenspieler erfolgreich an der Nase herum, oder sie wahlweise gleich ins Grab.

 

Sicherlich stellt Hubschmids Physiognomie und vor allem dessen Statur immer wieder einen kleinen Hemmschuh für diese Art der Maskerade dar, aber schließlich geht es ausschließlich darum, dass seine Kontrahenten ihn nicht erkennen können. Geprägt von einer guten Spiellaune und zahlreichen Eigenschaften die einen guten Agenten ausmachen, kommt der Schweizer beim interessierten Publikum gut an. Gleiches gilt für seine attraktive und dynamisch aufspielende Kollegin Karin Dor, die sich hier (und in einigen ähnlich gestrickten Produktionen) für ihren Auftritt bei "James Bond", quasi der Mutter aller Agenten-Flicks, empfehlen konnte. Der italienische Schauspieler und Synchronsprecher Nando Gazzolo bedroht den Frieden in erheblichem Maße und hinterlässt bei dieser Gelegenheit einen sehr guten Eindruck als Gegenspieler von "Supersieben".

 

Unter seinem Kommando stehen nicht nur unzählige Lakaien, die ihm zur anvisierten Schreckensherrschaft verhelfen sollen, sondern auch eine bezaubernde Vivi Bach, deren optische Präsenz die teils bedrohliche Szenerie wirksam ausstaffiert. Weitere bekannte und beliebte Interpreten sorgen für Abwechslungsreichtum und den nötigen Body Count. Interessant ist die Strategie, dass der Humor in "Der Mann mit den 1000 Masken" oftmals nur in Spuren vorhanden ist und daher sehr subtile Züge aufweist. Folglich schießt er niemals über das Ziel hinaus und die Balance steht dieser rasanten Veranstaltung sehr gut. Im Mittelpunkt steht das Verbrechen, das sich wie eine Epidemie über so viele wie möglich ausbreiten soll. Dementsprechend ist die Vorgehensweise zur Verwirklichung nicht gerade zimperlich. Gespickt mit etwas ungelenk wirkendem L'amour zwischen Paul Hubschmid und Karin Dor, und der Spannung dienlichen Rochaden, mündet Alberto De Martinos routinierte Arbeit in ein spektakuläres Finale, das neben der Kunst der Pyrotechnik auch noch einige weitere Überraschungen bereithält. Auch ohne die angekündigten 1000 Masken wird dieser Streifen zu einem kurzweiligen Reißer.

Autor

Prisma

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