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Ornella - Die Unwiderstehliche

Italien, 1981

Originaltitel

Nessuno è perfetto

Alternativtitel

Ninguno es perfecto (ESP)

Personne... n'est parfait! (FRA)

Deutsche Erstaufführung

02. September 1983

Inhalt

Guerrino Castiglione (Renato Pozzetto) ist seit kurzem Witwer und hat erstmal nicht die Absicht, so bald wieder zu heiraten. Sein Freund Klatschmaul (Massimo Boldi) streut allerdings böse Gerüchte über Guerrino und dessen Schwiegermutter, die bei ihm lebt. Da sieht Guerrino auf einem Platz ein Fotoshooting mit dem überirdisch schönen Model Chantal (Ornella Muti) und verliebt sich in sie. Tatsächlich gelingt es ihm, Chantals Gunst zu erlangen und die beiden heiraten – doch Chantal hegt ein unerwartetes Geheimnis.

Review

Achtung, der folgende Text ist voller Spoiler, aber hier geht es mal nicht anders wegen des eigentlichen Filmthemas, welches erst später im Laufe der Handlung offenbart wird.

 

„Nessuno è perfetto“ (Niemand ist perfekt), wie der Film mit Originaltitel heißt, kann man durchaus zum Genre der Commedia sexy all'italiana rechnen, auch wenn sie dankbarerweise auf überzogene Albernheiten verzichtet, und ohnehin neigte sich die Zeit dieses Genres ihrem Ende zu. Umso erfreulicher ist es, dass Pasquale Festa Campanile hier noch mal ein großer und überaus erfolgreicher Wurf gelungen ist. Mit Renato Pozzetto hatte er auch einen guten Komiker am Start und mit Ornella Muti eine wunderschöne Besetzung für die „weibliche“ Rolle.

 

Die Sache ist nämlich so: Chantal war früher ein Mann. Ein deutscher Fallschirmspringer der Wehrmacht (lol, da haben die Macher wohl die Bundeswehr mit der Wehrmacht verwechselt), der sich zur Frau hat umoperieren lassen. Doch zurück zum Anfang. Guerrino ist Witwer und trinkt gerne mal einen über den Durst. So landet er gelegentlich auch mal mit seiner Schwiegermutter (Lina Volonghi) im Bett. Sein Freund, der Taxifahrer Klatschmaul, der entsprechende Gerüchte im Ort verbreitet, hat also tatsächlich recht. Als Guerrino Chantal zum ersten Mal sieht, folgt er ihr heimlich zu ihrem Hotel, und plötzlich wird der Alkohol (und der Zufall) sein Freund. Da er nämlich zu besoffen ist um noch heimzukehren, mietet er sich im Hotel ein, zufällig direkt neben Chantal. Eine Türverwechslung führt beide ins selbe Zimmer, und das rettet Chantal das Leben. Denn während sich Guerrino ein Glas mit Alka Seltzer gemixt hat, stand für Chantal ein Barbiturate-Cocktail bereit, mit dem sie sich das Leben nehmen will. Nun verwechseln die Beiden noch die Gläser und Chantal rettet Guerrino.

 

Die zwei verlieben sich und heiraten. Guerrino fragt nicht, warum Chantal Selbstmord begehen wollte und beteuert, ihre Vergangenheit wäre ihm egal. Seine Schwiegermutter fühlt sich abgeschoben und spioniert Chantal hinterher. Sie findet Chantals Geheimnis heraus und gibt dieses vertrauensvoll an Klatschmaul weiter. Man kann sich denken, wie das ausgeht. Guerrino ist zunächst unendlich verwirrt, denn er liebt Chantal abgöttisch. Doch ein ehemaliger Mann ist seine Ehefrau? Und der ganze Ort weiß davon? Und so sorgt er sich um seinen gesellschaftlichen Schein und vergrault Chantal schließlich. Ein schöner Moment des Films, der die ganze Absurdität von Guerrinos Dilemma verdeutlicht ist dieser: Chantal hat ihn verlassen und Guerrino liegt wieder mit seiner alten Schwiegermutter im Bett. Und da kommt ihm die Erkenntnis – was mache ich hier eigentlich?  Wie blöd kann man sein? Und so kommt es doch noch zum Happy End.

 

So wenig glaubwürdig es einem als Zuschauer auch erscheinen mag, dass ausgerechnet die schöne Ornella Muti früher ein Mann gewesen sein soll, hat mich doch angenehm überrascht, wie seriös der Film (im Rahmen einer Komödie) mit diesem Thema umgegangen ist. Nicht auszudenken, dieser Stoff wäre in die Fänge von Michele Massimo Tarantini geraten. Und natürlich trägt gerade die Schönheit von Ornella Muti dazu bei, die Grundidee dem Zuschauer nahezubringen. Hätte eine echte Transsexuelle diese Rolle gespielt, hätte man wohl schwerlich ein größeres Publikum gewinnen können. Und erfolgreich war „Nessuno è perfetto“, allein in Italien spielte der Film 10 Milliarden Lire ein. Ornella Muti erhielt zudem für die beste Hauptrolle den „Globo d'oro.“

Links

OFDb
IMDb



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