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Paganini Horror - Der Blutgeiger von Venedig

Italien, 1989

Originaltitel

Paganini Horror

Alternativtitel

Partitura Mortal (POR)

The Killing Violin

Regisseur

Luigi Cozzi

Inhalt

Kate und ihre Band spielen seit Jahren den gleichen Mist. Ihre Produzentin ist demnach schwer genervt und verlangt neuen Ideen. Nun soll eine bisher unbekannte Partitur von Paganini für eine Revolution in der Rockmusik sorgen, denn die Band plant dieser ihren individuellen Rockstempel aufzudrücken. Doch um auf das neue Glanzstück aufmerksam zu machen, muss unbedingt ein Musikvideo her. Folglich mietet man das (Horror)-Haus von Sylvia Hackett, um dort einen berauschenden Clip zu drehen. Natürlich wird nach kurzer Zeit das erste Bandmitglied tot aufgefunden, was zugleich den Auftakt zu einer Mordserie bedeutet.

 

Lastet ein Fluch auf der Partitur?

Review

„Paganini Horror - Der Blutgeiger von Venedig“ wurde seinerzeit für das italienische Fernsehen gedreht und offeriert ein gutes Beispiel dafür, was einige Korinthenkacker sowie Fachidioten als den Untergang des Italienischen Genrefilms suggerieren könnten. Ganz so scheiße ist der Film allerdings auch nicht, sofern man die deutsche Synchronisation außer Acht lässt und während der Sichtung die italienische Tonspur aktiviert.

 

Auch wenn der Film zeitweise vor sich hinplätschert und dabei recht unmotiviert gegen das Untergehen kämpft, hält ihn das immer fruchtende Slasher-Motiv, an dessen Ingredienzien („10 kleine … “,  „Final Girl“) sich Luigi Cozzi fleißig bedient, über Wasser. Parallel zu dieser Handhabe wird der Handlungsort in ein altes Haus gelagert, wo die Band ihr sagenumwobenes Rockvideo drehen will. Die Absicht, diesem Gebilde (dem Haus, nicht dem Clip) ein dem Horrorgenre geschuldetes Eigenleben einzuhauchen respektive es in ein Wesen zu verwandeln, dass seine Eindringlinge verschluckt und sie jeglicher Verfügung beraubt, mag den Verantwortlichen nicht so recht gelingen. Gleiches gilt für das Chargieren zwischen Videodreh und Realität, welches ebenfalls nicht den Erfolg resultieren lässt, den man von dieser einfachen Formel erwartet, denn beide umrissenen Konstellationen wurden nicht gerade mit inszenatorischer Kreativität gesegnet.

 

Der im „Haus des Bösen“ wirkende Killer aus dem Jenseits trägt (wie es sich für einen Vertreter seiner Zunft gehört, denn wir wollen und sollen ihn ja nicht erkennen, eine silberne Maske (wie der doofe Rapper, dessen Name mir entfallen ist). Diese Gesichtsverkleidung gleicht der eines Totenkopfs. Optisch ganz okay, aber nicht ausreichend, um neben den maskierten Genre- sowie Genreübergreifenden Kollegen zu bestehen, geschweige denn mit ihnen zu konkurrieren. Einhergehend verpasst die deutsche Synchronisation dem Todverbreiter (dessen Auftritte in die Primärfarben Rot und Blau getaucht sind und Verweise in Richtung „Suspiria“ und „Horror Infernal“ dechiffrieren lassen) eine derart beschmierte Stimme, dass dieser einer Witzfigur nahe kommt.  

 

Der bekannteste Name innerhalb der Besetzungsliste ist neben Donald Pleasence Daria Nicolodi, die ihren Part, den der Hauseigentümerin, Sylvia Hackett, ziemlich unmotiviert runterspielt. Auch die weiteren Darsteller/innen können (gelinde gesagt) „keine Bäume ausreißen“, weil ihnen unter anderem das dazu geforderte Engagement abgeht. Wer jetzt nicht resignieren und die Besetzungsliste nach einem Lichtblick durchforsten will, der sollte nach Luana Ravegnini (spielt die Rita) Ausschau halten, die sieht nämlich klasse aus.  

 

Zusammenfassend sei gesagt, dass sich „Paganini Horror“ als ein bestenfalls durchschnittliches Werk vorstellt, welches man nicht unbedingt in seine Sichtungsagenda eintragen muss.

 

Ach so, die Bildkompositionen eines schaurig-schönen sowie morbiden Venedigs sind leider ganz rar gesät. Was? Venedig ist nicht deine cineastische Lieblingsortschaft? Immer diese Miesmacher, als hätte ich nicht schon genug Ärger…

Veröffentlichungen

„Paganini Horror - Der Blutgeiger von Venedig“ wurde 2003 von X-Rated (in Deutschland) veröffentlicht. Neben der deutschen sind auch die englische sowie die italienische Tonspur enthalten. Deutsche Untertitel sind leider Fehlanzeige.  

Links

OFDb

IMDb

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