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Toto and Peppino Divided in Berlin

Italien, 1962

Originaltitel:

Totò e Peppino divisi a Berlino

Alternativtitel:

Totó e Peppino em Berlim (POR)

Regisseur:

Giorgio Bianchi

Kamera:

Tino Santoni

Inhalt

Der Neapolitaner Antonio La Puzza (Totò) kommt nach Berlin, um dort einen alten Bekannten zu finden, in dessen Tuchhandel er mit einsteigen will. Auf der Suche nach der Adresse trifft er die Tochter des gesuchten Kriegsverbrechers Attila Canarinis. Sie und ihr Komplize überreden Antonio, sich für 150.000 Mark als Canarinis auszugeben, dessen Gesicht niemand so genau kennt und sich verurteilen zu lassen. Mit dem Versprechen, er bekäme mit Sicherheit Amnestie, willigt er ein, nicht ahnend, dass ihn die Todesstrafe erwartet.

 

Doch dazu kommt es nicht. Der Zeuge, der ihn als Canarinis identifizieren soll, ist ebenfalls von Greta Canarinis (Nadia Sanders) gekauft, es ist sein Bekannter Giuseppe „Peppino“ Pagliuca (Peppino De Filippo). Außerdem ist der vorsitzende Richter des US-Militärgerichts ebenfalls Neapolitaner (lol) und erkennt Antonio nach einem Test als Landsmann. Und so wird La Puzza freigesprochen. Das passt jedoch den Russen nicht, die das Ganze für ein abgekartertes Spiel halten, und glauben, die Amerikaner wollten den vermeintlichen Canarinis als Spion einsetzen.

 

Aus der Haft entlassen, findet Antonio seinen Freund Peppino, und beide geraten in einen Hinterhalt Gretas. Doch die US-Militärpolizei macht dem Spuk ein Ende. In dem Glauben, nun seien alle Probleme gelöst, betten sich Antonio und Peppino zur Nacht, doch es erwartet sie ein böses Erwachen. Denn am nächsten Morgen ist der Mauerbau in vollem Gange, und die beiden befinden sich auf der Ostseite. Zudem erfährt Antonio, dass die Russen jetzt nach ihm suchen und ihn hinrichten wollen.

 

Da die Russen ihn für den echten Canarinis halten, bieten sie ihm an, für sie zu arbeiten, um so einer Hinrichtung zu entgehen. Als ehemaliger Chef der Geheimpolizei der Nazis sei es doch kein Problem für ihn, die codierten Koordinaten der Spionageflüge der Amerikaner zu entschlüsseln. Antonio hofft nun auf die Hilfe seiner verstorbenen Großtante, die Nonne in Monza war und ihm allwöchentlich im Traum erscheint, um ihm Lotto-Tips zu geben.

Review

Der letzte gemeinsame Film von Totò und Peppino entstand 1962 in Rom, nur wenige Archivaufnahmen zeigen tatsächlich Berlin. Das Brandenburger Tor, dass man im Finale zu sehen bekommt, ist nur eine riesige Leinwand, die man im Hippodrom von Tor di Valle aufgestellt hat. Die Idee zu „Totò e Peppino divisi a Berlino“ stammte von Age & Scarpelli, doch leider haben die ausführenden Drehbuchautoren nicht viel daraus gemacht.

 

Die Story, die nicht unclever die Teilung Berlins in eine Spionage-Farce zum Kalten Krieg umbaut, ist sehr komplex und verwirrend. In der Inhaltsangabe habe ich vieles verkürzt, damit der Leser nicht genauso ratlos zurückbleibt wie ich beim Ansehen des Films. Selbst der unbekannte Meister, der die englischen Untertitel zum Film hergestellt hat, musste gelegentlich das Handtuch werfen. Eine der vielen Spezialitäten des Komikers Totò war stets das Einstreuen deutscher Begriffe in seine Komik. Von einem Film, der in Berlin spielt, erwartet man nun, eine Art Höhepunkt dieser Kunst anzutreffen. Doch dieser Höhepunkt wird zu einer Belastungsprobe, denn nun vermischt Totò seine deutschen Sätze mit Italienisch, Französisch, Russisch, erfundenem Kauderwelsch und baut noch Wortspiele in diesen verschiedenen Sprachen ein. Ich wäre nicht überrascht, wenn der Untertitel-Heini gelegentlich in sein Kissen geweint hat.

 

Und doch wirken Totò und Peppino nur in wenigen Szenen wirklich motiviert. Haben sie angesichts der viel zu komplexen Story auch das Handtuch geworfen? Es gibt einige wirklich gute Momente und viele andere, wo man ungeduldig auf einen Szenenwechsel wartet. Gute Ideen werden mitunter nur angeschnitten, etwa die erste Pointe im Finale. Totò und Peppino sollen hier von den Russen gegen zwei Kriegsverbrecher im Gewahrsam der Amerikaner ausgetauscht werden – aber auch die entpuppen sich als Neapolitaner, die sich haben kaufen lassen. Die zweite Pointe ist dann schon wieder ermüdend, denn nun entführen die Chinesen den vermeintlichen Canarinis und dessen Begleiter. Man ist dann regelrecht froh, dass der Film vorbei ist und man nicht noch mehr Verwicklungen beiwohnen muss.

 

Diese Komödie unter der Regie von Giorgio Bianchi wirkt trotz guter Grundidee sehr bemüht, und Totò scheint inzwischen müde, immer dieselbe Art von Charakter zu spielen. Dabei kann er das gut. Die Momente, wo Peppino immer wieder feststellen muss, dass Totò alles von ihm klaut, was nicht niet- und nagelfest ist, gehören zu den Besten des Films.

Links

OFDb
IMDb

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