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Die Zuchtfarm der Sklaven

Italien, 1976

Originaltitel

Emmanuelle bianca e nera

Alternativtitel

Black Emmanuelle, White Emmanuelle (AUS)

Emmanuelle blanca y negra (ESP)

Emmanuelle Black And White (USA)

Emmanuelle - Die Schöne der Nacht

Passion Plantation

Deutsche Erstaufführung

15. April 1977

Regisseur

Mario Pinzauti

Inhalt

Im tiefen Süden der USA wird Sklavenhalter Milland (Achille Antonaglia) langsam weich, und seine Tochter Emmanuelle (Malisa Longo) ist nur zu gern bereit, seine Aufgaben zu übernehmen. Da sie dies nicht allein kann, beginnt sie überhastet eine Affäre mit dem Sohn der Nachbarplantage, Lawrence (Antonio Gismondo) und will seine Frau werden. Der vergewaltigt gern Sklavinnen, doch seine Einstellung ändert sich, nachdem die religiöse und sanftmütige Sklavin Judith (Rita Manna) nach einem Schlangenbiss sein Leben rettet. Er verliebt sich in Judith. Emmanuelle ist rasend vor Eifersucht und sinnt auf Vergeltung.

Review

Als Jess Franco für die italienische Produktionsfirma SEFI „Mandinga“ dreht, versinkt schließlich alles im Chaos. Ist eine interessante und überaus verzwickte Geschichte, die hier nicht ausführlich geschildert, sondern nur als Einleitung dienen soll. An einem bestimmten Punkt jedenfalls hatte SEFI sich bedrohlich nähernde Liefertermine zu erfüllen und keine Ahnung, ob Francos Film denn nun fertig gedreht war oder nicht. Um sicher zu gehen, beauftragte man kurzfristig Mario Pinzauti „Mandinga“ zu drehen. Back-to-back zu diesem in Deutschland als „Weiße Herrin im Sklavencamp“ erschienenem Film, entstand zudem „Die Zuchtfarm der Sklaven“ (Emmanuelle bianca e nera, 1976) mit gleicher Crew und wenigen Abweichungen bei der Besetzung.

 

Dieser auf VHS auch unter Titeln wie „Emmanuelle - Die Schöne der Nacht“ oder „Emmanuelle Black & White“ veröffentlichte Zweitfilm ist zumindest etwas interessanter als „Mandinga“. Trotz annehmbarer Story sieht man ihm die finanziellen Defizite allerdings an. Neu gegenüber dem Vorgänger ist Malisa Longo als Hauptdarstellerin, die in der Originalfassung unter ihrem vollen Namen Maria Luisa Longo agiert. Für diese ging es anschließend weiter mit dominanten Rollen für Eurociné in „Elsa Fräulein SS“ (Frankreich, 1977) und „Bloody Camp“ (Helga, la louve de Stilberg, Frankreich 1978).

 

Es gibt nicht wirklich viel zu „Die Zuchtfarm der Sklaven“ zu schreiben. Der Film hat zwar eine annehmbare Story, welche von den Darstellern, von der Regie weitgehend sich selbst überlassen, nicht sehr glaubwürdig umgesetzt wird. Anfangs ist alles okay. Wir lernen Emmanuelle kennen, die einen unverkennbaren Hang zum Sadismus hat und auch sonst charakterlich kaltherzig scheint. Der notorische Sklavinnen-Vergewaltiger Lawrence passt zu ihr wie die Faust aufs Auge. Lawrences moralische Wandlung wegen eines Kräuter-Wadenwickels nach einem wider Erwarten nicht tödlich verlaufenden Schlangenbisses kommt völlig unglaubwürdig rüber. Man wird nicht von Null auf Hundert vom Arschloch zum Menschenfreund.

 

Ebenso befremdlich (und der Spannung abträglich) kommen Emmanuelles Eifersuchtsanwandlungen, die sie plötzlich schwach und am Ende gar verletzlich erscheinen lassen. Der Film versucht eine moralische Botschaft in ein Exploitation-Drama zu zwingen, die der Zuschauer nicht sehen oder hören will, weil die Darsteller und die Story sie nicht glaubwürdig vermitteln. Apropos Exploitation – die Kamerawinkel bei den kurzen Sexszenen machen einen echt besoffen. Manchmal glaubt man, der Kameramann hing von oder lag mit unter der Decke. Zudem sind ebendiese Szenen entweder schlampig montiert, zensiert oder der Film an unzähligen Stellen gerissen. Da alle Fassungen des Films eine nahezu identische Länge aufweisen, tendiere ich zu ersterem.

 

Fazit: kann man gesehen haben, muss man aber nicht.

Links

OFDb
IMDb

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