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Delitto in Via Teulada

Italien, 1980

Alternativtitel:

Giallo a striscio

Regisseur:

Aldo Lado

Inhalt

Im RAI-Gebäude in der Via Teulada 66 findet Darstellerin Ely (Margherita Seistito) die Leiche von Kollegin Diamante (Maria Rita Vaggi). Doch als sie Hilfe holt, ist der tote Körper verschwunden. Nichtsdestotrotz versuchen verschiedene Angestellte eine Spur auf das Verbrechen zu finden, werden so jedoch die nächsten Opfer des Killers. Assistent Sandro (Pietro Bamilla) und Regisseur Leo (Aldo Sassi) verfolgen schließlich die heißesten Spuren, unterstützt von der blinden Telefonistin Lia (Auretta Gay) – doch die erweist sich als Teil des Problems.

Review

DELITTO IN VIA TEULADA ist ein TV-Giallo von Aldo Lado, für den man zunächst ein gewöhnungsbedürftiges Format wählte. Vor der Abendausstrahlung des Unterhaltungsmagazins Variety lief der „Film“ in 15 Teile a 5 Minuten unterteilt, was auch ein bisschen die wirre Struktur des späteren Zusammenschnitts erklärt. Damals hieß das Ganze noch GIALLO A STRISCIO, also ein Giallo in (kleinen) Streifen.

 

Das Konzept ist aber klar. Mitten im Abendprogramm der RAI lief dieser „Blick hinter die Kulissen“, in denen sich jeweils 5 Minuten lang, inmitten der Umsetzung von RAI-Programmen, Darsteller und Personal auf eine Mörderjagd begaben, da ein unbekannter Killer im Studio sein Unwesen treibt. Film und Realität verschwimmen, Protagonisten sind allein gelassen mit Leichen und Tod, da sich die Mördersuche hinter den Studiokameras abspielt. Aber dafür gibt es ja DELITTO IN VIA TEULADA, welcher die drohende Gefahr einfängt.

 

Durch diese Struktur bedingt darf sich der Zuschauer nicht allzu schnell an vermeintliche Hauptprotagonisten gewöhnen, denn die beißen schneller ins Gras als erwartet. Die Auflösung ist nicht übermäßig originell, dafür aber Inszenierung und Format.

 

Ursprünglich 1979 im TV ausgestrahlt, wurde GIALLO A STRISCIO 1980 zu einem Kinofilm zusammengeschnitten, der allerdings nur eine Lauflänge von etwa 60 Minuten aufweist. Fabio Frizzi steuerte ein sehr gelungenes Hauptthema bei, im Übrigen bediente man sich an musikalischem Material aus EIN ZOMBIE HING AM GLOCKENSEIL (Paura nella città dei morti viventi, 1980). Die Unterschiede in der Lauflänge gegenüber dem TV-Format ergeben sich daraus, dass die Auflösung des Films mitunter im Widerspruch zu in den Episoden gezeigten Geschehnissen stand. Unter anderem wurden zwei Morde entfernt, da der Täter zum gezeigten Zeitpunkt unmöglich am Tatort gewesen sein konnte.

 

DELITTO IN VIA TEULADA ist in seiner Spielfilmfassung dennoch spannend gemacht und immer noch schlüssiger, als wenn man sich als Zuschauer lauter 5-Minuten-Episoden zusammenpuzzeln muss. Da die Szenerie zugleich immer einen Blick in die täglichen Aufnahmen des RAI-Senders gewährt, gibt es zahlreiche bekannte Gesichter in Cameos. Zu diesen gehören etwa Moderator Pippo Baudo, Regisseur Nanni Loy, Sänger Domenico Modugno, die Kessler-Zwillinge, sowie die Schauspieler Corinne Cléry und Filippo Albertazzi.

 

So sehr DELITTO IN VIA TEULADA eine filmische Kuriosität darstellen mag, so interessant ist er auch. Die Inszenierung ist wie gesagt spannend, es gibt On-Screen-Morde, nackte Brüste, einen axtschwingenden Irren und eine gialloeske – also mächtig an den Haaren herbeigezogene – Auflösung. Sehr sehenswert.

Links

OFDb

IMDb

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