Scream... and Die!

Spanien | Großbritannien, 1973

Originaltitel:

Scream... and Die!

Alternativtitel:

L'ombra dell'assassino (ITA)

The House That Vanished (UK/USA)

Kamera:

Trevor Wrenn

Musik:

Terry Warr

Drehbuch:

Derek Ford

Inhalt

Das Model Valerie (Andrea Allan) wird von ihrem Freund Terry (Alex Leppard) zu einem nächtlichen Einbruch mitgenommen. Terry hat sich jedoch im Haus geirrt, und die beiden werden Zeuge eines Mordes, den ein schwarzbehandschuhter Killer an einer jungen Frau begeht. Valerie kann fliehen, doch Terry bleibt verschwunden. Am nächsten Morgen steht aber Terrys Wagen vor Valeries Tür und aus ihrer Fotomappe fehlt ein Portrait von ihr – der unbekannte Killer will sie so wissen lassen, dass er ihre Identität kennt. Dennoch gelingt es Valeries Freunden ihr davon abzuraten zur Polizei zu gehen, und so gerät Valerie bald in tödliche Gefahr.

Review

José Ramón Larraz SCREAM... AND DIE! gehört zu den eindrucksvollen britischen Frühwerken des Spaniers. Obwohl die IMDb Spanien als Co-Produzenten listet, scheint dies nur auf die Beteiligung Larraz zurückzugehen, denn die Produktion erfolgte ausschließlich durch die britische Blackwater Film Productions Ltd., die neben SCREAM... AND DIE! ausschließlich Sexkomödien finanzierte. So ist es auch nicht überraschend, Derek Ford als Drehbuchautor zu finden.

 

Der in den USA unter dem Titel THE HOUSE THAT VANISHED in einer R-Rated-Kinofassung gezeigte Film ist Larraz at his Best. Charaktere, die zwar nicht über wirkliche Tiefe verfügen, sind glaubhaft umgesetzt, und der größte Teil des Films setzt auf bedrohliche Stimmung - und gelegentliche, sehr heftige Gewaltausbrüche. Dabei gibt es nur zwei Mordszenen, ähnlich schockierend ist allerdings eine Sequenz, in der wir den Künstler Paul (Karl Lanchbury) beim Sex mit seiner ältlichen Tante Susanna (Maggie Walker) zu sehen bekommen.

 

Die Handlung folgt dem Model Valerie, gespielt von der recht ansehnlichen Andrea Allan (VAMPIRA, 1974). Nachdem sie mit ihrem Freund Terry den Mord im Landhaus beobachtet hat und Terry verschwunden ist, vertraut sie sich zwei Freunden an, die ihr von einem Besuch bei der Polizei abraten. Sie wollen ihr helfen, das Haus wiederzufinden, in dem der Mord geschah, doch man wird nicht fündig. Durch den nicht ganz sauberen Fotografen Kent (Edmund Pegge) lernt sie den Künstler Paul (mal wieder Karl Lanchbury aus Larraz FLASH LIGHT, 1970, DEVIATION, 1971 und VAMPYRES, 1974) und dessen geile Tante kennen. Zudem bezieht in ihrem Haus ein seltsamer neuer Untermieter das Souterrain, der eine ähnliche Wortwahl wie der unbekannte Killer nutzt und mit einem Dutzend Tauben zusammenlebt. Verdächtige gibt es also genug.

 

Neben Larraz Handschrift fällt in SCREAM... AND DIE! deutlich der Bezug zum Giallo auf. Der Stil mag etwas anders sein, aber das Drehbuch hätte genauso gut von Ernesto Gastaldi sein können. Auffällig ist die hervorragende Kameraarbeit von DOP Trevor Wrenn (SYMPTOMS, 1974), der seine Filmkarriere leider früh an den Nagel hängte, um eine eigene Werbefirma zu gründen. Die Auflösung von SCREAM... AND DIE! vermag Larraz-Fans nicht zu überraschen, das tut der Spannung aber keinen Abbruch. Lediglich das plötzliche Auftauchen der Polizei ergibt nicht so viel Sinn, wie es sollte.

 

Kommen wir nun zum Trauerspiel: der Veröffentlichungslage. Wer den Film uncut sehen will (94 Minuten PAL, 99 Minuten NTSC) muss entweder auf nichtamerikanische VHS-Rips zurückgreifen oder sich die italienische DVD antun, die eben nur italienischen Ton hat. Wer es auf die noch immer sehr begehrte, weil lange vergriffene Blu-ray von Dark Force abgesehen hat, sollte bedenken, dass diese zwar eine ganz ansehnliche und naturbelassene (Verfärbungen, Störstreifen) 35mm-Bildqualität im Original-Bildformat hat, aber nicht ohne Grund hat der Eigentümer von Dark Force mal ein Foto von sich gepostet, wie er eigenhändig seine Veröffentlichung zertritt. Offensichtlich war er sich nicht bewusst, dass die von ihm erworbene R-Rated US-Kinofassung heftig zensiert war. So ist beispielsweise die Sexszene zwischen Paul und seiner Tante gekürzt, und der lange Mord und Vergewaltigung an Valeries Freundin Lorna (Judy Matheson) komplett entfernt. Ebenso fehlt eine Sexszene zwischen Valerie und Paul. Da es eben jene erwähnten VHS-Rips gibt, blieben diese großen Fehlstellen nicht lange unbemerkt.

 

Also abwarten, vielleicht kommt noch mal was Brauchbares.

 

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Links

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IMDb

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