Enfantasme

Erscheinungsart

CD

Erscheinungsjahr

2011
  • Tracklist:

    01 Enfantasme Title

    02 Enfantasme Three

    03 Enfantasme Four

    04 Enfantasme - Seq. 10

    05 Mountain Cottage

    06 Enfantasme Four

    07 Painful Memories

    08 Enfantasme - Seq. 20

    09 Concluding

    10 Enfantasme Title

    11 Enfantasme Three

    12 Mountain Cottage

    13 Enfantasme Title

    14 Nino

Stelvio Cipriani, welcher in seiner schon über 40 Jahre andauernden Berufung als Komponist weit über 200 Filme mit seinen Tönen aufhübschen konnte, schuf hier eine sehr melancholische Reise, welche eine enorme Intensivierung durch geschicktes Zusammenspiel von Piano, Streichern und Synthesizer erhält - letzterer erklingt zwar eher im Hintergrund, ist aber immer im passenden Moment hervorgehoben und rundet das Klanggebilde exzellent ab.

 

Immer wenn ich den Soundtrack höre, beschleicht mich allerdings leise das Gefühl, das Sergio Gobbi's dazugehöriger Mystery-Thriller "L'enfant de nuit" sehr von Traurigkeit gesegnet sein muss, denn fröhliche Melodien wird man hier vergebens suchen. Dennoch hat Cipriani wieder viele seiner altbekannten Instrumente benutzt, die es ihm ermöglichen, ein äußerst persönliches Trademark in seiner Musik zu setzen - zu sehr ähneln sich seine verschiedenen Varianten, was aber nicht negativ gewertet werden soll, denn ich mag es, wenn man schon nach wenigen hörbaren Noten erkennt, wer hinter der Komposition stecken könnte.

 

"Enfantasme" ist allerdings nicht mit treibenden Groove ausgestattet, viel mehr wird der schweren Instrumentalisierung mit Klavier und Streichwerkzeugen Beachtung geschenkt und Cipriani schafft es dennoch immer wieder mit seinen eingängigen Tonfarben zu begeistern, welche sich danach oft gut im Gehör verankern können. Einzig "Seq. 20" läßt etwas Frohmut aufkommen und durchbricht die betrübliche Klangstruktur, wenn auch nur für einen kurzen Moment - ansonsten wird dem empfindlichen Main-Theme in fast jedem Song eine besondere Beachtung geschenkt, was allerdings keinesfalls ermüdend ist, denn dieses berauscht wahrhaftig die Sinne.

 

Beat Records würdigte dieses Werk dann im Jahre 2011 endlich vollständig auf CD, während es Ende der 70er zwar schon einmal bei selbigem Label auf Schallplatte erhältlich war - allerdings in abgespeckter Form, denn "Enfantasme" mußte sich damals die LP mit zwei weiteren Cipriani-Werken teilen. Auf dem digitalen Tonträger kann sich dieses "deepe" Klangvergnügen dann jedoch völlig entfalten und ich freue mich schon auf die kalten Herbsttage, wenn man an einem verregneten Sonntag - vielleicht noch ein Glas J&B in der Hand, andächtig zum Fenster rausschaut und Cipriani's rührselige Klänge dabei tief in die Synapsen eindringen!

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