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Ator - Herr des Feuers

Italien, 1982

Originaltitel

Ator l'invincibile

Alternativtitel

Ator el invencible (COL)

Ator el poderoso (ESP)

Ator - A Águia Invencível (POR)

Ator - The Fighting Eagle (USA)

Ator the Invincible

Ator

Deutsche Erstaufführung

05. November 1982

Regisseur

Joe D'Amato

Inhalt

In grauer Vorzeit (als es noch keine Schusswaffen und Smartphones gab) regiert der Spinnenkult über ein wildes Land und seine noch viel wilderen Eingeborenen, die Barbaren. Des Terrors Urheber, der Hohepriester des Spinnenkults, kennt jedoch die Prophezeiung, dass eines Tages ein tapferer Krieger kommen wird, um das Land zu befreien. Dieser Erlöser nennt sich Ator. Als Säugling dem sicheren Tod entkommen, wächst der angehende Hei(den)land zusammen mit seiner „Stiefschwester“, Sunya, bei Pflegeeltern auf. Doch schon bald (im frühen Mannesalter) muss Ator den Tod seiner Lieben und die Entführung Sunyas mit ansehen. Nun ist es an der Zeit die Steppe beben zu lassen, denn Ator wird Rache nehmen.

Review

Der Urknall, den John Milius mit „Conan – Der Barbar“ in den frühen 1980ern auslöste, hallte bis nach Europa. Im Stiefelland machten sich Regisseuere wie Umberto Lenzi, Lucio Fulci, Tonino Ricci, Francesco Prosperi, Michele Massimo Tarantini, Antonio Margheriti, Ruggero Deodato und Joe D'Amato an die Arbeit um auf der Barbarenfilmwelle erfolgreich mitzusurfen. Gunan, Sangraal, Thor, Gore, Kutchek und Ator „waren“ die neuen Helden der italienischen Lichtspiele. Tapfere Krieger, die von der Natur mit viel Muskel- und (lt. dem ewigen Vorurteil) wenig Hirnmasse ausgestattet wurden. Miles O'Keeffe, der im „Real Life“ übriges Sozialwissenschaft studierte, demonstriert mit seiner phänomenalen Haarpracht und seinem XXXL Body das Paradebeispiel für einen Fantasy-Hero der Post-Conan-Barbarians.

 

„Ator – Herr des Feuers“ wurde mit einem kleinen Budget realisiert. Der Film bietet bescheidene Kulissen, wie primitive Holzhütten, und setzt überwiegend auf Außenaufnahmen. Ähnlich diverser „Wald und Wiesen Eastern“ aus Hongkong und Taiwan. In diesem Kontext lässt sich gar eine weitere Parallele ausmachen, denn Ator muss sich (um ein unschlagbarer Krieger zu werden) den Trainingseinheiten seines Meisters Griba unterziehen. Dabei sehen wir bestenfalls durchschnittliche Schwertkämpfe, und lauschen einigen limitierten und selten dämlichen Dialogen.

 

Die Protagonisten sind überwiegend mit zotteligen sowie versifften Langhaarperücken geschmückt. Dazu tragen sie eine Kleidung, die an „Manowar“ erinnert und möglicherweise der Altkleidersammlung entnommen wurde. Innert dieser wilden Horden treffen wir bekannte Genregesichter wie: Edmund Purdom (der Pfarrer aus „Absurd“), Nello Pazzafini (wer kennt ihn eigentlich nicht?), Laura Gemser und natürlich Sabrina Siani, die für einige besondere Schmunzler und Schenkelklopfer sorgt. Denn die mutige Amazone stürzt sich, mit der unüberlegten Leidenschaft eines jungen Adlers, von einer Zwickmühle in die nächste. Optisch absolut klasse und überaus sympathisch. Sabrina gelingt es sogar, der ansonsten über jeden Zweifel erhabenen, Laura Gemser die Show zu stehlen.

 

Die genretypische Story ist sehr unterhaltsam inszeniert, zudem muss man dem Film zugestehen, dass er durchaus mit spannenden Passagen gesegnet ist. Das Teil macht von der ersten bis zur letzten Minute Laune. Über Defizite, die es natürlich zuhauf gibt, darf man sich nicht beschweren, da sie bei einem Film dieser Güteklasse nun mal einen Löwenanteil der besonderen Würze ausmachen.

 

Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehn!
(Johann Wolfgang von Goethe)

 

Also an die Arbeit. Schüttet euch mit Met zu und klaut den Blagen ihre Plastikschwerter. Auf in den Kampf gegen Amazonen, blinde Waffenschmiede, Unsichtbare, Riesenspinnen und Hexen. Aaaaaaaaarrrrrrrggghhhhh!!!!

 

Brothers everywhere - raise your hands into the air.
We're warriors, warriors of the world.
Like thunder from the sky - sworn to fight and die.
We're warriors, warriors of the world.
(Joey DeMaio)

Veröffentlichungen

„Ator – Herr des Feuers“ wurde 2008 (innerhalb einer Barbaren Box) von MIG erstmals in Deutschland auf DVD veröffentlicht. Bild und Ton sind überwiegend noch akzeptabel. Absolut indiskutabel sind jedoch einige integrierte Szenen, bei denen es so gut wie nichts zu erkennen gibt. Echt schade, denn diese Trash-Rakete hätte deutlich mehr Zuwendung verdient.

Filmplakate

Links

OFDb
IMDb

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