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The Beast - Unheimliche Tiefe

Italien | USA, 1995

Originaltitel:

Cruel Jaws

Alternativtitel:

Les dents de la mer 5 (FRA)

Fauci Crudeli - Cruel Jaws (ITA)

Jaws 5: Cruel Jaws

Shark Terror - Das Biest aus der Tiefe

Regisseur:

Bruno Mattei

Inhalt

Der Grundstücksspekulant Samuel Lewis (George Barnes jr.) will den Betreiber eines Sea Resorts Dag Soerensen (Richard Dew) und dessen Familie von ihrem Grundstück vertreiben. Gleichzeitig ist es der Beginn der Badesaison, den Lewis mit einer Regatta einleiten will, ohne sich dabei darum zu scheren, dass bereits einige Leute von einem Tigerhai gefressen wurden. Die Katastrophe ist vorprogrammiert.

Review

Ja, die Katastrophe ist vorprogrammiert und doch irgendwie geringer als erwartet. 1981 drehte Enzo G. Castellari einen sehr erfolgreichen Hai-Horrorfilm namens „The Last Jaws - Der weiße Killer“ (L'ultimo squalo, Italien 1981), der in den USA immerhin 18 Millionen Dollar an den Kinokassen einspielte, und das in nur einer Woche. Universal Pictures hatte versucht, die Veröffentlichung des Films zu stoppen, aufgrund zu großer Ähnlichkeiten zu Spielbergs „Der weiße Hai“. Der Antrag wurde zunächst abgelehnt, doch nach einer Woche wurde auf Gerichtsbeschluss die weitere Verbreitung von Castellaris Film in den USA gestoppt.

 

Ich weiß nicht, was den Produzenten von Bruno Matteis „The Beast – Unheimliche Tiefe“ geritten hat, dem noch eins draufzusetzen. Unter Verwendung zahlreicher Szenen aus Castellaris „The Last Jaws - Der weiße Killer“, sowie weiterem Material aus Joe D’Amatos „Shakka - Bestie der Tiefe“ (Sangue negli abissi, Italien 1990) und Archivszenen bastelte er mit von Mattei neu gedrehtem Handlungsrahmen einen Hai-Film zusammen. Die Krone des Ganzen bot die Nennung von Der Weiße Hai-Autor Peter Benchley im Vorspann und die Betitelung in „Jaws 5: Cruel Jaws“. Der Film wurde so auf einer Veranstaltung außerhalb des Cannes-Festivals Distributoren gezeigt – noch in 35mm Kopie – und zum Verkauf angeboten, doch Kino-Distributoren lehnten vorsichtshalber ab. Es gelang jedoch der Verkauf Direct-to-Video, und das an diverse Länder.

 

„The Beast – Unheimliche Tiefe“ ist ein erstaunlich kommerzieller Film, den Bruno Mattei lediglich durch die Verwendung einiger Knallchargen vergeigt. Kennt man Castellaris „The Last Jaws – Der weiße Killer“ nicht, funktioniert das Ganze erstaunlich gut. Plagiate finden sich auch bei der Musik, die Anleihen an Yellos „The Race“ und „Star Wars“ enthält. Liebe, eine rührselige Geschichte um ein behindertes Mädchen, klugscheißende Teenager und wahnsinnig inkompetente Haijäger runden das Ganze ab. Man möchte kotzen, wenn die Freundin des Helden Francis Berger (David Luther) es auf eine Affäre mit dem örtlichen Superekel Ronnie (Carter Lewis) anlegt, weil Francis sie nicht ausreichend beachtet. Ronnie hat zudem eine kleine Schwester, die eine Liebesaffäre mit Soerensens Sohn Bob hat, dem Ronnie dafür die Visage poliert und seine eigene Schwester heftig ohrfeigt und herumkommandiert. Vater Samuel hat indessen Trouble mit der Mafia. Man sieht, der Film ist vollgepackt mit Dramatik, wie sie absurder kaum sein könnte. Trotzdem funktioniert das alles in Teilen recht passabel.

 

Absurd: man hält keine Stange mit einem dicken Fleischbrocken als Hai-Köder mit der Hand fest, denn die Biester sind verdammt groß und verdammt kräftig. Noch blöder ist es, einen ähnlichen Hai-Köder per Seilwinde mit einem kreisenden Hubschrauber zu verbinden – das geht nicht gut aus, stammt allerdings bereits aus Castellaris Material. Man sollte auch keinen geöffneten Benzinkanister über seinen Kopf halten, während der Ortsblödmann mit einer Signalpistole herumfuchtelt. Eine selten bescheuerte Szene.

 

Apropos Hai-Köder, lustige Geschichte. Darsteller Carter Collins hält diesen, gefilmt von Mattei, ins Wasser. Anschließend soll Collins ins Wasser fallen, das macht er dann auch. Während Mattei dreht, wie dieser im Wasser paddelt, kurz nachdem er einen blutigen Fleischbrocken ins selbige gehalten hat, soll der angeheuerte Kapitän gemurmelt haben, ob er ihnen von dem vier Meter langen Hammerhai erzählen sollte, den er nur wenige Tage zuvor an genau der derselben Stelle gesichtet hat. Never trust Italian Directors.

 

„The Beast – Unheimliche Tiefe“ ist weit davon entfernt ein guter Film zu sein, aber das Ansehen macht durchaus Spaß. Und damit hat Bruno Mattei seinen Teil getan.

Links

OFDb
IMDb

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