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Der Polyp - Die Bestie mit den Todesarmen

Italien | Vereinigte Staaten, 1977

Originaltitel

Tentacoli

Alternativtitel

Tentáculos (ESP)

Tentacules (FRA)

Angriff aus der Tiefe

Tentacles

Deutsche Erstaufführung

17. März 1977

Inhalt

An der kalifornischen Küste kommt es zu mysteriösen Todesfällen. Der Journalist, Ned Turner, und der Meeresforscher, Will Gleason, wollen nun der Ursache auf den Grund gehen. Währenddessen stellt das Duo fest, dass ein (durch die von Tiefseebohrungen hervorgerufenen Vibrationen und Sonarwellen besonders aggressiver) Riesenkrake für die Todesopfer verantwortlich ist. Auweia, auweia (der Hahn legt keine Eier), denn ausgerechnet jetzt soll vor Solana Bay eine Juniorenregatta stattfinden, was den Speisezettel des Kraken deutlich bereichert. Ob Turner und Gleason den Krakenschmaus verhindern können?

Review

Ob zu Lande, zu Wasser oder in der Luft. Die animalischen Killer der Lichtspiele sind überall zuhause, sodass der Riesenaffe, die Riesenspinne, der Hai, der Killerwal, Piranhas, Frösche, Ameisen, Vögel sowie der herzallerliebste Bernhardiner und seine noch bissigeren Freunde vom „meutigen“ 77er Pack allerorts für Chaos, Panik und Massenhysterie sorgen. Gewässer-, Luft- und Bodenverschmutzung, die Resultate eines skrupellosen Gebarens der Menschheit, zeugen dafür, dass die Natur rebellieren muss und mithilfe seiner animalischen Rächer zum Gegenschlag ausholt. Demzufolge transformiert (wie so oft) der Kinosaal zur Arena für die ultimative Schlacht zwischen Mensch und Natur.

 

Der kommerzielle Erfolg, den „Der weiße Hai” (Mitte der 1970er Jahre) verbuchen konnte, rief freilich weitere Meeresmonster auf den Plan. So konnten beispielsweise „Piranhas“ und „Orca - Der Killerwal“ den Kinobesucher begeistern und dessen Durst nach tierischem Horror stillen. Zu den Haien, Walen und den besonders fiesen Piranhas gesellte sich nun ein weiteres Wassermonster: der Krake. Ein achtarmiger Killer, der an der kalifornischen Küste für Terror sorgt und vom deutschen Verleih auf den Namen „Die Bestie mit den Todesarmen“ getauft wurde.

 

„Ich habe gelesen, dass die Fangarme so eines Kraken
gefährlicher als Tigerpranken sind.“ (Ned Turner)

„Verglichen mit den Saugnäpfen der Fangarme sind Tigerpranken harmlos.“
(Will Gleason)

 

Wie ich bereits leise andeutete, orientiert sich Ovidio G. Assonitis bei seiner „Kraken-Inszenierung“ an Spielbergs „Der weiße Hai“. Anstatt Amity heißt der ähnliche konstruierte Schauplatz diesmal Solana Bay, wo es von besonders naiven Badegästen und sonstigen Umweltverschmutzern nur so wimmelt. Sie alle sind freilich bestens qualifiziert (man könnte auch sagen, dass sie saudämlich sind), um in die achtarmige Todesfalle zu schlendern. Eine Vorgangsweise, die in den ersten beiden Dritteln immerhin bedingt funktioniert. Anschließend kackt der Film jedoch rapide ab, denn es mag dem Regisseur fortan nicht gelingen, den Zuschauer auf seine Seite zu ziehen. Die Dialoge werden stets belangloser und Spannung sowie Action verziehen sich in ganz weite Ferne. Folglich kann der ultimative Kick, der den Rezipienten in ein fulminantes Finish befördert, nicht einmal ansatzweise erfolgreich praktiziert werden.

 

Ein weiterer negativer Aspekt lässt sich aus der schlechten Unter Wasser-Fotografie dechiffrieren, da innert der Aktionsbilder nicht sonderlich viel erkennbar ist. Zudem sind die Blickwinkel der Kamera unglücklich gewählt und lassen die Monsteraction zu einer banalen Rauferei transformieren, denn der Kameramann, Roberto D'Ettorre Piazzoli, ist einfach nicht in der Lage, die ausufernden Phantasien des Drehbuchautors zumindest halbwegs passabel umzusetzen. Hier hätten die Verantwortlichen deutlich mehr Fingerspitzengefühl investieren müssen.

 

Na ja, zumindest wurde bei der Auswahl der Darsteller/innen wesentlich mehr investiert, denn John Huston, Henry Fonda, Bo Hopkins und Shelley Winters sind schon beachtliche Hausnummern für einen Film dieser Güteklasse. Leider gelingt es keinem der Beteiligten sich in den Vordergrund zu spielen, geschweige denn einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Das Highlight (wenn man das Wort hinsichtlich der schwachen Schauspielerleistungen überhaupt verwenden darf) ist Franco Diogene (der italienische Gerd Duwner) in der Rolle von Chuck. Ein sympathischer Typ, der für einige Lacher sorgen kann und eigentlich jedem Freund des italienischen Genrekinos bekannt sein sollte.
 

„Der Polyp - Die Bestie mit den Todesarmen“ ist von der ersten bis zur letzen Minute absehbar. Was gemeinhin ja nicht negativ zu deuten ist, denn andere Regisseure haben ähnlich hanebüchene Grundideen schon wesentlich knackiger verarbeitet. Somit ist der Film nicht mehr als ein bestenfalls durchschnittlicher Beitrag innert des umfangreichen Areals der Nature's Revenge Filme.

Veröffentlichungen

„Die Bestie mit den Todesarmen“ erschien am 28. April 2016 erstmalig in Deutschland auf Blu-ray. Die Veröffentlichung ist die Nummer 4 innerhalb der „Creature Feature Edition“ von Koch Media. Das Bild ist scharf, die Farben kräftig und von unnötigen Filtern wurde abgesehen, sodass es an der Bildpräsentation nichts zu bemängeln gibt. Als Extras werden drei Trailer, eine Radiospot und eine umfangreiche Bildergalerie geboten.

Filmplakate

Links

OFDb

IMDb

 

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