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Caligula 2 - The Untold Story

Italien, 1982

Originaltitel

Caligola: La storia mai raccontata

Alternativtitel

Calígula - A Historia Que Não Foi Contada (BRA)

Calígula 3, la historia jamás contada (ESP)

Caligula: la véritable histoire (FRA)

Calígula, o Outro Lado da História (POR)

The Emperor Caligula: The Untold Story (USA)

Calígula II

Regisseur

Joe D'Amato

Inhalt

Rom gleicht einem Sündenpfuhl, denn dessen Imperator, Gaius Caesar Augustus Germanicus, lässt Folter und Orgien in einem bisher unbekannten Ausmaß regieren. Er, Caligula, der Herrscher über Leben und Tod, weidet sich an der Qual seiner Opfer und hat sich selbst zum Gott gekürt. Doch die Verschwörer in seinem Umfeld mehren sich von Tag zu Tag. Wird es ihnen gelingen, die Schreckensherrschaft des wahnsinnigen Imperators zu beenden?

Review

Tinto Brass´ „Caligula - Aufstieg und Fall eines Tyrannen“ sorgt(e) für reichlich Polarisierungspotential, da er  beim Publikum gleichermaßen für Empörung wie Faszination sorgen konnte und immer noch kann. Folglich handelt es sich um einen Film, der auf kontroverse Weise (mit teils abstoßenden Bildkompositionen) mit seinem Publikum kommuniziert und einhergehend das Leben des Caligula dokumentiert. Das Dasein eines perversen und größenwahnsinnigen Imperators.

 

Das Pepla-Genre lag Ende der 1970er Jahre tief verbuddelt im Erdboden von Cinecittà, doch Tinto Brass begann zu buddeln und holte einige Ingredienzien des Genres an die Oberfläche, mischte diese mit Gewalt und Perversion und überschritt anschließend die Grenzen des Erträglichen. Diese erfolgreiche Strategie respektive der erfolgreiche Weg den „Caligula“ beschritt, rief einige mehr oder weniger gute Nachahmer auf den Plan. Der interessanteste Beitrag aus diesem Imitatorenensemble ist „Caligula 2 - The Untold Story“. Ein Werk von Joe D´Amato, welches seine Abartigkeiten gar noch deutlicher offerierte als es bei seinem Vorbild der Fall ist. Von weiteren Vergleichen möchte ich allerdings Abstand nehmen, denn „Stiefelchen“ bleibt uns so oder so als ein krankes Arschloch erhalten!

 

Der Imperator aller Imperatoren lässt Rom wieder einmal zu einem ausufernden Sittengemälde werden, das von Brutalität, Folter und Perversion gezeichnet ist. Es wird mit Sicherheit zahlreiche Rezipienten geben, die diesem perversen Treiben nicht gewachsen sind, aber das Leben im alten Rom war halt kein Ponyhof und Joe stellt die damalige Zeit so abartig wie möglich dar. Dieses wird unter dem Strich eh nur ein Schatten dessen sein, was grausame Wirklichkeit war und geschichtliche Wahrheit ist…. Ja, die letzten acht Worte habe ich aus diesem tollen Hexenjäger-Film geklaut.

 

Für David Brandon war die Verkörperung des Caligula seine erste große Rolle. Zuvor kannte man ihn aus dem Kult-Film „Jubilee“. Dort arbeitete er, unter der Regie von Derek Jarman, unter anderem mit Musikgrößen wie Toyah Willcox und Adam Ant zusammen. Als Caligula transportiert Brandon einen zwischen Größenwahn, Perversion und Angstzuständen schwingenden Imperator, der jederzeit den irrsinnigen Blick parat hat. Einhergehend lässt er seinen makabren (für mache tödlich endenden) Humor für sich sprechen. Brandon fühlt sich in der Rolle des Imperators sichtlich wohl, was ihn auch gleichzeitig zum schauspielerischen Highlight des Films avancieren lässt. Klar, er bekleidet auch die dankbarste Rolle, sodass jenes unerbittliche und zugleich beängstigende Spiel eh keinen Platz für Nebenbuhler lässt. Somit muss sich (selbst) Gabriele Tinti weit hinter Brandon anstellen. Tinti spielt den bemitleidenswerten Charakter, Marcellus Agrippa. Ein Senator der mit seinen Vorhaben, Caligula zu „entmachten“, ganz derbe auf die Schnauze fällt. Seine folgende (Todes)Strafe hat es übrigens gewaltig in sich… und das nicht allein im übertragenden Sinne. Auf Verschwörer und Attentäter ist Stiefelchen halt ganz schlecht zu sprechen.

 

„Der einzige Weg ein Gott zu sein, ist grausam wie ein Gott zu sein.“ (Caligula)     

 

Joe D'Amatos Präsentation einer (wild ausschweifenden) Orgie, die zwischen Hardcore und Brechreiz chargiert, wird auf eine sehr unangenehme Weise transportiert. Ein Treiben, welches kotzende Lustgreise ihren Trieben folgen lässt. D'Amato liefert alles andere als angenehme Bilder und lanciert dem Zuschauer ein ekelerregendes Gemälde der Dekadenz.

 

Neben diesen, jegliche Hemmungen ablegenden, Ausschweifungen, bleibt natürlich kaum Platz für die Erotik. Und das Einzige was in diesem Film noch mit Sinnlichkeit zu tun hat, ist Laura Gemser. Es mag sein, dass Laura keine schauspielerische Offenbarung war, aber den Titel „Goddess of Sexploitation“ kann dieser bezaubernden Frau niemand streitig machen.

 

Fazit: „Caligula - Aufstieg und Fall eines Tyrannen" zeigt sich überwiegend als ein unterhaltsamer sowie zeitweise gar spannender Film. Der vorhandene Leerlauf lässt sich in Form von ausgiebig ausgespieltem Schmuddelsex sowie diversen Tabubrüchen nieder. Was unter dem Strich resultiert, ist eine von Grausamkeit, Menschenverachtung und Perversion begleitete Grenzüberschreitung.

Veröffentlichungen

Das X-Rated Label hat seit 2005 (in diversen großen und kleinen Hartboxen) alle vier als „ungekürzt“ beworbenen Originalversionen des Films veröffentlicht. Diese gliedern sich wie folgt:

 

1. ungekürzte HC-Fassung (für den italienischen Pornomarkt) = 99:58 Minuten
2. ungekürzte italienische Kino-Fassung = 102:17 Minuten
3. ungekürzte Exportfassung = 125:00 Minuten
4. ungekürzte italienische Importversion = 125:00

 

Fassung 3 beinhaltet eine äußerst widerliche Szene mit einem Pferd und einer Frau, welche innert der anderen Schnittfassungen nicht enthalten ist. Dafür fehlt (in dieser Version) eine Erotikszene mit Laura Gemser, die es wiederum nur in den Versionen 1 und 4 zu bewundern gibt.

Filmplakate

Links

OFDb

IMDb

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